Nicht nur ähnlich wie, sondern sogar mehr als KRS-ONE hat NAS seine Straßenglaubwürdikeit verloren indem er viele seltsame Sachen und Lieder gemacht hat. U.a. hing er in einem Video als Jesus am Kreuz. Mit dem von mir erst jetzt gewürdigten Album “Street Disciple” von 2004 wird er zwar nicht in den Himmel der Rapinnovation fahren, aber dafür hat er einiges wieder gut gemacht.
Ein Höhepunkt des Albums, das teilweise sogar newschoolige Töne anschlägt, ist das gemeinsame Lied “Bridging the Gap” mit seinem Vater Olu Dara, dem weltbekannten Jazzmusiker . Das ist richtig rührend.
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Straßenschule
Constant Elevantion
Bereits im Jahr 2002 hat das Label Astralwerks “Constant Elevation” veröffentlicht, einen Sampler, auf dem sehr viele Instrumentale und wenige Rapstücke enthalten sind. Ich höre nicht oft reine Instrumentalmusik, aber diese Platte ist wirklich empfehlenswert. Ein mir unbekanntes Stück von APC ist darauf und auch ein richtiger Ohrwurm von El-P.
Haiku
Mein neuer 9,95-Euro-Walkman muß es immer wieder abspielen: Das neue Haiku D’Etat Album “Coup de Theatre”. Der Titelbegriff bezeichnet einen plötzlichen dramatischen Wendepunkt in einem Theaterstück, den die Mitglieder des Trios (Aceyalone, Mikah 9 und Abstract Rude) meiner Meinung nach schon längst vor dieser LP herbeigeführt haben.
Anders als bei der letzten Aceyalone-Platte “Love and Hate” kann man sich beinahe jedes Stück ruhig ewig anhören, denn die verschiedensten Rapstile machen die interessanten Beats noch interessanter.
Wenn zum Beispiel zu diesem Triumvirat noch Lyrics Born, Gifted Gab und Lateef hinzukommen, schlägt mein Herz höher als hoch, denn dann sind fast zwei Drittel meiner Top-10-MCs auf einem Track versammelt.
In the Factory
Bereits 2004 ist “5 Years in the Factory” von McEnroe herausgekommen, aber ich habe erst vor Kurzem in dieses und weitere Werke von ihm reingehört. Und der Rapper aus Kanada gefällt mir. Ungefähr in meinem Alter, erzählt er viel, was ich so nachvollziehen kann, und die Musik geht auch in meine Richtung.
Verteidigung der Zukunft
88:Komaflash verteidigen die Zukunft. Und das mit einem Donnerschlag von einem Meilenstein von einem Album, das den selbstverständlichen Namen “Verteidigung der Zukunft” trägt. Wen nicht schon die Produktionen von Aqua Luminus III. oder die Texte von Omega Takeshi umhauen, der fällt spätestens bei den Wah-Wah-Cuts von Bowdee oder den Features von Sole (ja, richtig, der von von Anticon) auf die Knie. Die Jungs schlagen eine neue Richtung im Deutschrap ein, natürlich nicht erst seit kurzer Zeit, aber mit diesem Album wird das Potenzial erst richtig deutlich.
Project Blowed
Mögen die Texte manchmal etwas trivialer oder dadaistischer sein, ich möchte trotzdem gerne so rappen können wie Busdriver, Aceyalone, Mikah 9, Abstract Rude, Riddlore und Konsorten. Wer sich die Compilation ihres Heimatlabels Project Blowed anhört, der weiß vielleicht warum. So jiggy bin ich und nicht mehr.
Live from Rome
Sole’s “Selling live water” lief vor zwei Jahren recht oft, als ich mit den 88:Komaflashjungs am Strand von Ko Phan Ngan abgehangen bin. Und auf meiner diesjährigen Tour wird mich höchstwahrscheinlich sein neues Album “Live from Rome” begleiten, das auch wieder kräftig in diesselbe Kerbe schlägt: Selbsthaß, Melancholie und Kritik auf brachiale Beats, so mag ich das.
MM Food
MF Doom ist ein Phänomen: Man kannte ihn schon als Mitglied der legendären KMD-Truppe, und heutzutage ist er innovativer und produktiver denn je. Sein relativ neues Album “MMFood” sehe ich als das gelungenste seiner letzten Werke an. Jedes Lied hat zumindest namentlich mit Nahrungsmitteln zu tun, besticht durch den unverwechselbaren Doomcharakter, und keines ist ein Ausfall. Die LP oder CD ist auch mal wieder etwas für Leute, denen andere Tipps von mir zu experimentell sind. Kopfnickersound eben.

