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Archive for Lesen

Malcolm X

Die Lebensgeschichte von Malcolm X aka Malcolm Little aka El Hajj Malik el-Shabbaz ist eine spannende und interessante. Seine Kindheit war von Hunger und Armut geprägt, seine Jugend von Drogen und Kriminalität, seine Zeit im Gefängnis von Büchern und Bildung und seine Zeit als Black Muslim von Provokation, Revolution und Widersprüchen. Wie über Vieles auf der Welt wusste ich vor der Lektüre nur Oberflächliches von Malcolm X, und sie hat mir einen guten Einstieg in die unterschiedlichen Ansätze zur Emanzipation der Afroamerikaner gegeben und einen kleinen Blick hinter die zahlreichen Klischees ermöglicht.

The Adventures of Grandmaster Flash

Jeder kennt Joseph Saddler aka Grandmaster Flash, und die meisten sind auch zumindest grob mit der Geschichte von Hip-Hop vertraut. Beides gehört zusammen und wird in der (Auto-)biographie „The Adventures of Grandmaster Flash“ ausführlich und für ersteren relativ schonungslos dargestellt.

Herzerwärmend wird beschrieben wie Flash sein Equipment selber zusammenlötet und nach einem Besuch einer Party von Kool DJ Herc fieberhaft nach neuen (Quick) Mix-Techniken sucht, und herzzerreißend werden der Zerfall von Grandmaster Flash & The Furious Five nach dem Signing bei Sugarhill Records, die Härten des Musikbusiness sowie Saddlers Absturz in die Drogenhölle geschildert.

Das Buch ist zwar teilweise sehr reißerisch geschrieben und meines Erachtens bereits als potenzielles Drehbuch gedacht, aber ich kann es dennoch jedem nur ans Herz legen, der sich mit dem weltweiten Aufstieg von Hip-Hop und Rap unakademisch, aber trotzdem authentisch fundiert auseinandersetzen will.

Ein Held unserer Zeit

Der sich treffenderweise selbst als Fatalist bezeichnende Grigorij Alexandrowitsch Petschorin steht im Mittelpunkt dieses seinerzeit umstrittenen und wegweisenden Romans von 1840. Die Hauptfigur wird zunächst von einem beobachtenden Ich-Erzähler beschrieben, dem wiederum von jener durch einen dritten berichtet wird. Der Erzähler bekommt Petschorins Tagebücher, die den Hauptteil und Rest des Buches ausmachen. Diese Memoiren handeln von verschiedenen Abschnitten seines Lebens, das hauptsächlich davon geprägt ist, dass er mit anderen auf sadistische und zerstörerische Art und Weise umgeht. Inhaltlich gefällt mir vor allem die Beschreibung von Petschorins fatalistischer Einstellung, bei der Form finde ich das Avantgardistische des zeitlichen und erzählerischen Perspektivwechsels überaus gut.

George Bernard Shaw: „Pygmalion“

Pygmalion „Pygmalion“ ist ein Theaterstück von George Bernard Shaw, das auf dem gleichnamigen griechischen Mythos basiert, in dem der Bildhauer Pygmalion eine Statue erschafft und die Götter bittet, diese zum Leben zu erwecken, was dann auch geschieht.
Bei Shaw geht es im Wesentlichen darum, dass der Londoner Phonetikprofessor Henry Higgins die junge Blumenverkäuferin Eliza Doolittle aus der Gosse aufliest und unterrichtet. Nach ein paar Monaten kann sie sich so gewählt ausdrücken und benehmen, dass sie auch in der Oberschicht als Aristokratin durchgeht. Das Stück wurde Anfang des 20. Jahrhunderts uraufgeführt und später diverse Male verfilmt und abgeändert. Unter anderem kam 1956 das romantische Musical „My Fair Lady“ dabei heraus, das Shaw sicher hätte im Grabe rotieren lassen. Sein Werk war alles andere als romantisch, sondern radikal und mit feministischen und sozialistischen Tendenzen und Aussagen. Und es steckt zudem voll trockenem englischen Humor und hat mich begeistert.

Die Geschichte von Charles Chaplin

Charles Chaplin - Die Geschichte meines LebensCharlie Chaplin hat unter dem Titel „Die Geschichte meines Lebens“ seine Autobiographie geschrieben, die für mich als Fan des Großen Diktators sehr informativ und kurzweilig zu lesen war. Darin beschreibt er unter anderem seine ärmliche Kindheit mit den ersten Gehversuchen und Erfolgen am Theater in England, seine Migration nach Amerika, wo er zunächst in einfachen Kurzfilmen mitwirkte und dann den Trampcharakter immer weiter entwickelte, und die Entstehung seiner großen Werke wie „Modern Times“. Private Dinge spricht er an, aber er geht absichtlich nicht ins Detail. Interessant war für mich vor allem, dass er nahezu alle berühmten Persönlichkeiten seiner Zeit mindestens einmal traf, zum Beispiel Albert Einstein, Thomas Mann und Bertold Brecht.

Die positiven Eindrücke, die ich durch die Lektüre dieses Buches gewonnen habe, bestärken mich darin, öfters zu einem Flohmarktbuch zu greifen, das ganz andere literarische Themen behandelt als ich gewohnt bin.

Oblomow

OblomowIn dem 1859 erschienenen Roman „Oblomow“ von Iwan Alexandrowitsch Gontscharow geht es um den gleichnamigen Kleinadeligen, der aufgrund seines Erbes nicht arbeiten muss, keinerlei Ambitionen hat und aus seiner Lethargie nicht erwacht. Zwar wird er kurzzeitig von der Liebe wachgerüttelt, aber im Endeffekt kann ihn auch diese von der dauerhaften Trägheit nicht befreien.

Der Name Oblomow wurde in der Psychatrie ein Begriff
„zur Beschreibung der Persönlichkeitsstruktur eines willensschwachen Neurotikers“ (Wikipedia), und nachdem ich beim Lesen teilweise Qualen erlitten haben, weil der Titelheld einfach nicht aufstehen und tätig sein will bzw. kann, kann ich das nur unterschreiben. Mir ging das Buch unter die Haut.

„Oblobow“ online lesen

Der grundgescheute Antiquarius

Auf meiner Indonesienreise hatte ich das große Vergnügen, die in dem Buch „Der grundgescheute Antiquarius“ gesammelten Texte von Carl Georg von Maassen zu lesen. Der Autor war ein Büchernarr und -sammler mit einer besonderen Vorliebe für E.T.A. Hoffmann und dessen literarischen Zeitgenossen.

Der Inhalt des Buches besteht größtenteils aus Texten der gleichnamigen ab 1920 von Maassen herausgegebenen Zeitschrift. Darin gibt er Einblick ist das Sammlerleben, das – ähnlich dem von Plattensammlern – von Eigenheiten und Kuriositäten nur so wimmelt. Desweiteren bietet er Dutzende von interessanten, abstrusen und meist brüllend komischen Anekdoten, die er mit dem aus der Lektüre von tausenden Büchern erworbenen Wissen zusammengetragen hat. Darunter sind beispielsweise die Geschichten berühmter literarischer Fälschungen, wie die unautorisierte Fortsetzung des ersten Teils von Cervantes „Don Quixote“.

Undine

Auf meiner vergangenen Asienreise habe ich viele Romantiker gelesen, und „Undine” von Friedrich de la Motte Fouqué war definitiv das beste Buch. Darin geht es um den weiblichen Wassergeist Undine, der seine Seele durch die Heirat mit einem Ritter erhält. Danach geht das Glück allerdings langsam verloren, und es entwickeln sich Eifersüchteleien und Probleme, die jeder nur allzu gut kennen dürfte. Diese werden so treffend beschrieben, dass man oft lächeln muss.

Übrigens: Das Buch gibt es auch zum Download beim Projekt Gutenberg.

Ich bin O.K.

Thomas A. Harris beschreibt in „Ich bin ok, Du bist ok” die Transaktionsanalyse, eine psychologische Theorie, nach der wir miteinander auf drei unterschiedlichen Ebenen kommunizieren was zu (Miss-)verständnis führt. Er zeigt auf wie man sich am besten verhält, damit jeder sich und die anderen für „ok” befindet, womit viele psychologische Probleme gelöst werden können.

Wem die Stunde schlägt

Ernest Hemingway hat eine Menge zu erzählen und gehört auf jeden Fall zu den klassischten amerikanischen Schriftstellern. In „Wem dem Stunde schlägt“ beschreibt er eindrucksvoll drei Tage einer spanischen Guerillatruppe, die gegen die Faschisten kämpft, eine Brücke zu sprengen hat und während dieser Zeit von einem amerikanischen Idealisten angeführt wird. Dieser verlebt zeitgleich die Liebe seines Lebens in komprimierter Form mit einer der Kämpferinnen.