Archiv ‘Reise’

Abschiedsmelodie

Freitag, 13. August 2010

In ein paar Stunden werden wir Singapur verlassen haben. Heute haben wir noch im Schnelldurchlauf in ca. acht Stunden die ganzen Zentren zu Fuß erkundet, und am Ende haben wir in Little India, wo wir residieren, einen Flohmarkt aufgetan. Da ich des Chinesischen nicht mächtig bin und meine Singapore Dollars nur noch für zwei Thalis und die U-Bahn-Fahrt reichen werden, habe ich nur zwei chinesische Platten aus Kuala Lumpur und Hong Kong erstanden. Aber Musik habe ich bereits genügend aus Sumatra in Form von CDs im Gepäck.

Ein Blick in die Zukunft

Donnerstag, 12. August 2010

Schweren Herzens haben wir uns heute von Malaysia verabschiedet, wo wir noch eineinhalb Tage Ramadan feiern durften. Zunächst war es etwas seltsam und fast gespenstisch, weil die sonst so lebendigen Rumah Makanans, Restorans und Warungs fast ausnahmlos geschlossen waren, und wir kamen uns etwas blöd vor, als wir wieder einmal beim Südinder zum Mittagessen waren. Aber viele Chinesen und andere Nichtmoslems haben uns am Ende Gesellschaft geleistet.

Nun sind wir von Kuantan direkt nach Singapur gefahren, wo man angeblich sehen kann, wie asiatische Städte in der Umgebung aussehen werden bzw. nach der vorherrschenden Meinung aussehen sollten. Wir halten uns an die Vorschriften und gehen immer über den Zebrastreifen.

Stromausfall

Mittwoch, 11. August 2010

Nach fast wochenlangem Serverausfall kann ich endlich wieder weiterberichten. Ich fasse kurz die letzten Stationen zusammen.

Melaka
Die Überschreitung der Grenze von Sumatra nach Malaysia über die Straße von Melaka war wie das Betreten einer anderen Welt. Zunächst habe ich Melaka kaum wieder erkannt, weil an den Rändern des endlich als Unesco-Erbe deklarierten Gebiets fleißig gebaut wurde. Aber es hat sich alles m.E. sehr vorteilhaft entwickelt.

Kuala Lumpur
Kuala Lumpur ist immer noch schön und voller Überraschungen. An jeder Ecke kann sich das (Straßen-)Bild ändern.

Penang
Das einzige, was sich in den letzten Jahren in Penang unvorteilhaft geändert hat, ist die Tatsache, dass man kaum mehr Fahrräder ausleihen kann. Sie wurden zu oft geklaut. Ansonsten machtder multikulterelle Mix die Stadt immer noch zu einer meiner Favoriten in Südostasien.

Kuala Terengganu
Zum Spazierengehen und einfach nur Rumschauen war diese Stadt eine sehr gute Zwischenstation.

Pulau Kapas
Die kleine Insel in der Nähe von Marang ist ein schöne und teilweise abenteuerliche Alternative zu den Perhentians oder Tioman. Auf dem kurzen Jungletreck von zwei Kilometern durch den Dschungel haben wir drei Schlagen, einen Waran und eine tarantelgroße Spinne gesehen.

Im Moment sind wir auf einem Zwischenstopp nach Singapur in Kuantan.

Jam Karet

Samstag, 31. Juli 2010

Der Ausdruck “Jam Karet” bedeutet soviel wie “Gummistunde” bzw. dehnbare Stunde, und er beschreibt sehr gut die indonesische Lebensart auf dem Land. Da wir diese generell zwar schätzen und respektieren, uns aber aufgrund unserer dreiwöchigen Reisezeitbegrenzung nicht davon und von den Kurven und Schlaglöchern verrückt machen lassen wollen, werden wir nun in zwei Stunden Sumatra in der Nacht durch- und den Äquator überqueren. Von Dumai aus geht dann eine Fähre nach Melaka, wo ich vor fünf Jahren schon einmal als Tagesauflügler war.

Trans-Sumatran Highway

Freitag, 30. Juli 2010

Im letzten Eintrag hatte ich bereits angedeutet dass man hier in Sumatra außer mit dem Flugzeug nicht schnell vorankommt. Wenn man beim Reisen vom Land etwas sehen will, muss man den Bus nehmen, und das kann dauern. Vor zwei Tagen sind wir in aller Frühe in Bandar Lampung durch diverse Busbahnhöfe und Reisebüros gezogen (worden), bis sich endlich eine Möglichkeit gefunden hat, weiter nach Bukittinggi zu fahren. Dann haben wir erst einmal sechs Stunden auf den Bus gewartet, der normalerweise 22 Stunden braucht. Für uns hat es allerdings 34 Stunden gedauert, denn zum einen war der Bus ein Chicken bzw. Goose Bus, und zum einen ist er auf Dreivierteln der Strecke einfach nach Java umgekehrt. Zwar haben wir für den Transit nichts gezahlt und die Wartezeit durch eine Fotosession mit den Busfahrerkindern verkürzen können, aber durch zwei Reifenpannen, die uns ungefähr zwei Stunden gekostet haben, waren wir am Ende erst nachts um zwei am Ziel, wo uns Regen und ein drei Mal teureres Hotel als im Reiseführer angegeben erwartet haben.

Während wir uns hier in Bukittinggi die Sehenswürdigkeiten und Landschaft anschauen, überlegen wir, ob wir in den Osten queren und gleich nach Malaysia übersetzen oder ob wir uns noch an den Danau Toba wagen.

Selamat Datang in Sumatra

Dienstag, 27. Juli 2010

Seit ein paar Tagen darf ich wieder asiatische Luft schnuppern. Dieses Mal geht es durch Sumatra im Eiltempo, was ein Widerspruch in sich werden wird, aber mehr dazu in einem späteren Eintrag.

Die erste Station war wieder einmal Jakarta, wo wir zwei Stunden für das Bezahlen der 25 USD Visumgebühr, das Einkleben des Visums und die eigentliche Immigration gewartet haben. Als Begründung dafür gab es eine kleine Tafel mit der sinngemäßen Aufschrift: “Wir bedauern etwaige Verzögerungen, die mit der Umstellung des Computersystems zu tun haben. Diese dauert vom 22. März bis zum Zeitpunkt der Fertigstellung.”

Nach einer vollkommen überpreisten Nacht in der vollbelegten und immer noch seltsamen Jalan Jaksa, der Khao San Road für Spartaner, sind wir dann nach Sumatra aufgebrochen, genauer gesagt mit Bus und Fähre in acht Stunden nach Bandar Lampung. Die Überfahrt war vor allem aufgrund der Karaoke-Aktion, bei der man zahlen musste, wenn man singen wollte, sehr unterhaltsam.

Morgen wird sich entscheiden, wohin und wie es weitergeht, was im Wesentlichen von den angebotenen Busverbindungen abhängt. Die Fahrzeiten liegen zwischen 10 und 22 Stunden.

Kleinasien II

Freitag, 14. Mai 2010

Meine letzte Reise nach Bangladesh ist nicht unbedingt lange her, aber nach einigen hektischen und teilweise nervenaufreibenden Wochen ist es gut, dass ein Kurztrip ins kleine Asien ansteht. Ich werde eine Woche lang westlich von Antalya auf dem lykischen Weg wandern und dabei hoffentlich durch Landschaft und Sehenswürdigkeiten auf neue Ideen kommen.

Back

Dienstag, 9. März 2010

Aus bereits genannten Gründen war der Aufenthalt in Bangladesh nicht von absolutem Erfolg gekrönt, und da ich der Meinung bin, dass ich meine mittlerweile noch kostbarer gewordene Zeit sinnvoller daheim nutzen kann, bin ich eine Woche früher als geplant zurückgekehrt. Der Hauptnachteil dabei ist, dass es hier minus 40 Grad kälter ist, aber dafür habe ich hier noch ein wenig mehr Zeit, um Musik zu machen und zu reflektieren.

Ich werde unbedingt auch mein Reiseverhalten verändern, was nicht bedeutet, dass ich Länder wie Bangladesh nicht mehr besuchen werde, im Gegenteil, aber ich werde den gesamten Ansatz verändern. Zuallererst werde ich meinen großen Rucksack als Hauptgepäckstück zu den Akten legen. Zwar werde ich weiterhin Rucksacktourismus betreiben, aber in Zukunft mit einer praktischeren Reisetasche, die nicht beim Gepäcktransport hängen bleibt, zum Sperrgepäck zählt oder durchwühlt wird, und die bei Bus- und anderen Fahrten in Ländern ohne viele Rucksacktouristen nicht auffällt. In einer Tasche zerknittert die Kleidung nicht so leicht, und sämtlich Dinge sind leichter zugänglich.

Unwohlsein

Samstag, 6. März 2010

In fast jedem südostasiatischem Land, das ich bereits habe, gab es den ein oder anderen Ort, an dem ich mich unwohl und fehl am Platz gef&uum;hlt habe. In Malaysia war es Kota Bharu, in Indonesien Bandung, in Laos Huay Xai, usw.

In Bangladesh habe ich dieses Gefühl seit meiner Ankunft vor fast einer Woche. Im Moment versuche ich noch zu verstehen, woran es liegt, denn rein subjektiv betrachtet ist es hier nicht anders als in den anderen meiner Reiseziele: Die Leute sind netter als in Burma, es gibt weniger Bettler als in Bangkok, die Bus- und Dreiradfahrer sind auch nicht wilder als in Indonesien, und das Essen ist nicht schlechter als in Kambodscha.

Bengalische Gespräche

Samstag, 6. März 2010

"Hello, whot county?" "Hungary." "Muslim county?"

"Hello, where you come from?" "Germany." "Germoney!"

"Hello, baksheesh!" "Baksheesh nai (Dont have change)."

"Hello, Sir!" "Lagbe na (Dont need riksha/taxi/bracelett)."